Pneumologie 3.0: Vom aktuellen GOLD-Update über das Management der IPF bis zum Lungenkrebsscreening

Medikamentöse Therapie anhand der ABCD-Gruppierung

Aus dem Beurteilungsinstrument zur Einteilung in die Gruppen A, B, C oder D und der verfügbaren Evidenz zu den verschiedenen Therapien ergeben sich konkrete Anweisungen für das Management des individuellen Patienten. In der Gruppe A (also bei Patienten mit milder Symptomatik ohne schwere Exazerbationen) wird mit einem Bronchodilatator begonnen. Kann damit keine ausreichende Wirksamkeit erreicht werden, ist der Wechsel auf einen anderen Bronchodilatator eine Option, alternativ kann auch eine Kombination versucht werden. Für die Gruppe B (symptomatische Patienten mit geringem Exazerbationsrisiko) wird ein lang wirksamer Beta-2-Agonist oder ein lang wirksames Antimuskarinikum empfohlen. Bringt dies alleine nicht den gewünschten Erfolg, wird auf eine LAMA/LABA-Kombination umgestellt. Für die Gruppe C (häufige Exazerbationen, milde Symptomatik) wird initial ein LABA und bei persistierenden Symptomen LAMA/LABA empfohlen. In die Gruppe D fallen hochsymptomatische, häufig exazerbierende und häufig auch schwer zu behandelnde Patienten. Die Therapie beginnt mit (dualer) Bronchodilatation, also LAMA oder LAMA/LABA und wird bei persistierenden Symptomen bzw. weiteren Exazerbationen um ICS erweitert.
Ein besonderes Problem stellt die Behandlung akuter Exazerbationen dar. Das klinische Management richtet sich dabei nach dem Schweregrad. Während bei milden Exazerbationen SABA/SAMA ausreichen, kommen bei moderater Symptomatik SAMA/SABA plus Antibiotika und/oder Kortikosteroide zum Einsatz. Schwere Exazerbationen machen eine Hospitalisierung oder Notaufnahme bis zur Aufnahme an einer Intensivstation erforderlich.
SABA +/– SAMA (Selbstmanagement!) stellen die Initialtherapie der Exazerbation dar. Vernebler und Feuchtinhalation sind dabei besser für schwer kranke Patienten geeignet. Andere Inhalativa (LAMA, LABA) sollen weiterverwendet werden, sobald dies möglich ist. Antibiotika sind indiziert, wenn ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion (putrides Sputum!) vorhanden ist, ihr Einsatz sollte auf maximal 5 bis 7 Tage begrenzt bleiben und dem Keimspektrum angepasst werden. Kortikosteroide werden zur Behandlung der akuten Exazerbation empfohlen. Sie führen zu weniger Therapieversagen sowie kürzerer Krankheitsdauer und verhindern frühe Rückfälle. Auch der Einsatz von Steroiden sollte zeitlich begrenzt werden. GOLD empfiehlt 40mg Prednisolon für maximal 5–7 Tage, laut Empfehlung der European Respiratory Society (ERS) können Steroide bis zu 15 Tage gegeben werden. Sauerstoff ist bei Hypoxämie indiziert. Eine nicht invasive Beatmung kommt primär bei ventilatorischem Versagen (alternativ: respiratorischer Insuffizienz Typ II) zum Einsatz und invasive Beatmung bleibt als Ultima Ratio, wenn eine nicht invasive Beatmung nicht möglich ist oder versagt hat.

Pfad: