Auslöser eines chronischen Hustens – Ursachen richtig diagnostizieren und therapieren

Diagnostik des chronischen Hustens

In 95% der Fälle ist die Ursache des Hustens banal und selbstlimitierend. Lediglich in 4% aller Fälle ist Husten das Symptom einer behandlungsbedürftigen Krankheit und nur in 1% der Fälle ist er das einzige Symptom einer tödlichen Erkrankung, zumeist eines Lungenkarzinoms.
Von chronischem Husten spricht man, wenn dieser länger als 8 Wochen andauert. Er kann vielfältige Ursachen haben: neben Krankheiten der Atemwege auch gastroösophageale und kardiale Erkrankungen (Tab. 1)2 Daher ist eine sorgfältige Anamnese unerlässlich, um die wahre Ursache zu identifizieren. Erfragt werden sollten die Dauer des Hustens und die Hustencharakteristik. Ist er trocken oder produktiv? Trifft Letzteres zu, wie ist das Sputum beschaffen und welche Farbe hat es? (Tab. 2) Wichtig ist auch zu wissen, wann der Husten vor allem auftritt – morgens, tagsüber oder nachts. Ist er abhängig von der Körperposition, kommt es beispielsweise im Liegen vermehrt zum Husten? Schließlich sollten weitere Symptome erfragt werden, unter anderem ob der Patient gleichzeitig unter Fieber, Atemnot oder Schmerzen leidet oder ob es zu einem vermehrten Gewichtsverlust gekommen ist.2
Zur Anamnese gehören außerdem Fragen nach dem Rauchverhalten, ob der Betroffene inhalativen Noxen ausgesetzt ist, etwa am Arbeitsplatz, ob er Allergien hat bzw. ob solche in der der Familie vorkommen oder ob er unter ösophagealem Reflux und Sodbrennen leidet. Eine Medikamentenanamnese ist ebenfalls wichtig, da Husten auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten kann.2
Der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung mit Perkussion, Auskultation, Inspektion von Mund und Rachen sowie der Palpation des Abdomens. Eine ausführliche Anamnese, die sorgfältige körperliche Untersuchung und systematisches diagnostisches Vorgehen ermöglichen in bis zu 90% aller Fälle eine Diagnosestellung.2
Das Vorgehen zur diagnostischen Abklärung von Husten ist in Abbildung 3 dargestellt.
Sinnvoll ist es zudem, den Thorax zu röntgen. Oft gibt die Röntgenaufnahme Hinweise auf die weiterführende gezielte Diagnostik (z.B. einer Pneumonie, einer diffusen Lungenparenchymerkrankung etc).2

 

 

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