Prognose des Rezidivrisikos

Die Bestimmung des Rezidivrisikos ist erforderlich, um Patienten mit spontaner VTE und niedrigem Risiko für ein erneutes Ereignis zu identifizieren, bei denen die Antikoagulation beendet werden kann. Zwischen 25% und 30% der Patienten mit spontaner VTE erleiden innerhalb von 5 Jahren ein Rezidiv. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass bei rund drei Vierteln dieser Patienten kein neuerliches Ereignis auftritt.

Es existieren Vorhersagemodelle, in denen klinische Parameter sowie D-Dimer- Spiegel herangezogen werden, um das Rezidivrisiko einzuschätzen.12–14 Dabei wurden aus einer Fülle an möglichen Risikofaktoren die für die Prognose relevanten herausdestilliert. In allen drei Modellen stellt das weibliche Geschlecht einen Indikator für ein geringeres Rezidivrisiko dar. Während das Rezidivrisiko im kanadischen Modell für Frauen mittels der Parameter D-Dimer, Alter, Body-Mass-Index sowie Zeichen eines postthrombotischen Syndroms (PTS) weiter differenziert wird,12 beruht das Vienna Prediction Model auf den Faktoren Geschlecht, D-Dimer 2 bis 3 Wochen nach Absetzen der Antikoagulation und Lokalisation der VTE.13 Zur Risikoabschätzung nach dem Vienna Prediction Model steht ein Internet-Tool zur Verfügung, in das die drei Werte eingegeben werden und das das Rezidivrisiko nach 1 und 5 Jahren errechnet.15 Derzeit wird das Modell in einer prospektiven Studie in einer unabhängigen Kohorte evaluiert.

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