Dauerhafte Antikoagulation

Für die Überlegung, wie lange eine Antikoagulation zu dauern hat, ist die Frage, ob es sich um eine spontane oder sekundäre TVT handelt, essenziell. Lag ein provozierender Faktor wie etwa ein chirurgischer Eingriff, Immobilisation, Schwangerschaft, Wochenbett oder Einnahme weiblicher Hormone vor, sollte die Antikoagulation nach 3 Monaten beendet werden.3, 4 Bei diesen Patienten kann davon ausgegangen werden, dass die Blutungsneigung und die Komplikationen der gerinnungshemmenden Therapie das Rezidivrisiko nach Absetzen der Antikoagulation übersteigen.

Patienten mit spontaner VTE, also ohne erkennbare transiente provozierende Faktoren, haben im Vergleich zu Patienten mit sekundärer Thrombose ein signifikant höheres Rezidivrisiko.8 So zeigte eine österreichische Langzeituntersuchung über mehr als 20 Jahre, dass die spontane VTE eine chronische Erkrankung ist, bei der das Rezidivrisiko auch nach vielen Jahren weiterbesteht.9 Innerhalb von fünf Jahren haben zwischen 25% und 30% dieser Patienten ein weiteres VTE-Ereignis. Nur durch dauerhafte Antikoagulation lassen sich diese VTE verhindern. Daher empfehlen die Guidelines auch nach einer ersten spontanen TVT oder PE eine dauerhafte Antikoagulation.3, 4 Der limitierende Faktor ist hier das Blutungsrisiko. Übersteigt es das Rezidivrisiko, so ist die antikoagulative Therapie abzusetzen.

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