Einleitung

Die Entwicklung der neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) hat die Therapie und Prophylaxe von venösen Thromboembolien effektiver und sicherer gemacht. Die individuelle Auswahl einer Substanz richtet sich nach deren jeweiligen pharmakologischen Eigenschaften.

Venöse Thromboembolien (VTE) umfassen einerseits die tiefe Beinvenenthrombose (TVT) und andererseits die Pulmonalembolie. Mit einer Gesamtinzidenz von 100 bis 200 pro 100 000 Einwohner ist die VTE die dritthäufigste kardiovaskuläre Erkrankung.1,2 In der Akutphase kann die VTE letal verlaufen oder eine bleibende Behinderung nach sich ziehen. Häufig ist sie jedoch vermeidbar. Bei Patienten mit TVT oder PE, die keine Krebserkrankung haben, empfehlen die internationalen Guidelines eine Antikoagulationstherapie, 3,4 wobei den neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban oder Edoxaban in den ACCP-Guidelines der Vorzug gegenüber der bisherigen Standardtherapie mit einem niedermolekularen Heparin (NMH), gefolgt von einem Vitamin-K-Antagonisten (VKA), gegeben wird. Die Dauer der Antikoagulation sollte dabei mindestens drei Monate betragen. Die Empfehlung für die zumindest dreimonatige Antikoagulation gründet sich auf Studienergebnissen, wonach das Rezidivrisiko bei kürzerer Therapiedauer, etwa 1–1,5 Monate, rund doppelt so hoch ist.5 Eine länger durchgeführte Antikoagulation brachte keine signifikanten Verbesserungen der Rezidivraten mehr.

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