Welches Antikoagulans für welchen Patienten?

Die individuelle Wahl eines Antikoagulans ergibt sich aus den Eigenschaften der verschiedenen Substanzen. Soll die Behandlung sofort mit einem NOAK ohne Einleitung mit einem niedermolekularen Heparin beginnen, so stehen Apixaban und Rivaroxaban zur Auswahl. Aufgrund guter Daten in Studien zu Patienten mit Vorhofflimmern, die gezeigt haben, dass Apixaban auch bei abnehmender Nierenfunktion effektiv und verträglich ist,12 kann diese Substanz auch bei eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 30–50ml/min) angewandt werden. Das gilt auch für Dabigatran, Rivaroxaban und Edoxaban, bei Dabigatran ist die Kontraindikation bei CrCl<30ml/ min zu beachten (die anderen NOAKs sind kontraindiziert bei CrCl<15ml/min).
Ist eine einmal tägliche Gabe erwünscht, so bieten sich Rivaroxaban und Edoxaban an. Für die Langzeittherapie existieren gute Daten zu Apixaban und Rivaroxaban. Dabigatran ist die Therapieoption, wenn ein Antidot verfügbar sein soll, wobei zu bemerken ist, dass Patienten mit VTE ein deutlich geringeres Blutungsrisiko aufweisen als Patienten mit Vorhofflimmern. Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bzw. Dialysepatienten benötigen zur Antikoagulation nach wie vor VKA oder niedermolekulares Heparin. Ebenso ist eine mechanische Herzklappe eine Indikation für den VKA. Für Malignompatienten, während der Schwangerschaft und postpartal sind niedermolekulare Heparine die Antikoagulanzien der ersten Wahl.

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