Palpitationen

Das subjektive Empfinden des eigenen Herzschlags wird als Herzunruhe oder Palpitation bezeichnet. Dabei ist es wichtig, bei lediglich anamnestischen Angaben die Frequenz im Anfall zu erfragen und das Vorhandensein oder die Abwesenheit eines Grundrhythmus. Auch ein Pulsdefizit, zum Beispiel im Rahmen von paroxysmalem Vorhofflimmern oder bei Schrittmacher- Patienten mit einer verstärkten Extrasystolie, kann für den Patienten sehr beunruhigend sein. Anamnestisch ist Folgendes abzuklären: bekannte Herz-Gefäß- Erkrankung, Erkrankung anderer Organsysteme (z.B. Schilddrüse, Nieren), bekannter Eingriff am Herzen (Bypass, Koronarintervention, Ablation usw.), bekannte Herzrhythmusstörung, bisherige Behandlung (vor allem Antiarrhythmika), Stressbelastung, mögliche Elektrolytstörung, Alkohol, Zigarettenrauchen, möglicher Drogenkonsum.
Das Schreiben des 12-Ableitungs-Ruhe-EKGs sollte nach der körperlichen Untersuchung die erste diagnostische Maßnahme sein, ein langer EKG-Streifen mit langsamer Vorschubgeschwindigkeit erspart manchmal ein Langzeit-EKG oder einen Event-Rekorder. Dabei unterscheidet man stets bradykarde (Frequenz <50/min) von tachykarden Arrhythmien (>100/min) und Rhythmen mit schmalem oder breitem Kammerkomplex. Eine Unterscheidung zwischen supraventrikulärem und ventrikulärem Ursprung ist nur mit Einschränkungen aus dem Oberflächen- EKG möglich. Wichtig erscheint vor allem die Detektion einer P-Welle und deren allfälliger Beziehung zum QRS-Komplex zu sein. Besteht die Möglichkeit einer Echokardiografie, kann diese zur Klärung der Genese beitragen. Auf eine Blutdruckmessung sollte nicht vergessen werden.
Das Legen einer peripheren intravenösen Leitung zählt zu den ersten Maßnahmen. Valsalva-Manöver (u.a. einseitige Carotismassage, starkes Husten oder Schnäuzen) sollten unter EKG-Monitoring zur Anwendung kommen. Antiarrhythmika, vor allem parenteral gegeben, müssen wohlüberlegt werden, die milde Sedierung und Gabe von Magnesium kann primär erfolgen. Eine Zuweisung zu einem kardiologisch tätigen Internisten oder in eine Rhythmusambulanz sollte stets erwogen werden.

Pfad: