Dyspnoe

Unter einer Dyspnoe versteht man die subjektive Wahrnehmung einer inadäquat veränderten Atmung. Diese setzt sich aus qualitativen Empfindungen von unterschiedlichen Intensitäten zusammen. Die Angabe von Atemnot hat einen stark subjektiven Charakter mit einer extrem breiten Palette von Differenzialdiagnosen. Lebensbedrohliche Zustände (z.B. akute Pulmonalarterienembolie [PAE], Pneumothorax, Lungenödem) sollten rasch geklärt und weitere Maßnahmen eingeleitet werden.
Man unterscheidet zeitlich die akut auftretende von der chronisch bestehenden (>4 Wochen) Dyspnoe, Letztere kann intermittierend, permanent oder anfallsweise auftreten. Zusätzliche Symptome (Tab. 2) können ursächlich zur Klärung beitragen.
In der Diagnostik ist die körperliche Untersuchung (Blutdruck, Pulsqualitäten, kompletter Arterien- und Venenstatus mit dynamischer Messung, Palpation) unter anderem mit Perkussion der Lungen und Herz-Lungen-Auskultation von zentraler Bedeutung. Ein EKG und eine Echokardiografie bzw. Sonografie (u.a. Nachweis von Perikard- oder Pleuraergüssen) erweitern das diagnostische Spektrum.
Die Lagerung mit erhöhtem Oberkörper, das Legen einer stabilen peripheren Kanüle und die Verabreichung von Sauerstoff per Nasenbrille oder Maske unter pO2-Monitoring sind die ersten Maßnahmen. Je nach differenzialdiagnostischer Überlegung sollte die medikamentöse Ersttherapie (stets milde Sedierung evaluieren) erfolgen: z.B. ACS (Nitroglyzerin, Aspirin, evtl. Betablocker), PAE (Heparin – NOAK), Lungenödem (Nitroglyzerin, Cortison, Theophyllin), Pneumonie (Antiphlogistikum). Auch bei Stabilisierung sollte ein Transfer ins nächste Krankenhaus zur weiteren Observanz erfolgen.

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