Herz-Kreislauf-Stillstand

Herz-Kreislauf-Stillstand Der plötzliche Herztod („sudden cardiac death“, SCD) wird definiert als fatales nicht traumatisches Ereignis, das innerhalb einer Stunde bei einem zuvor klinisch „gesunden“ Menschen auftritt. Leider überleben nach wie vor nur <10% der Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand eine reanimationsbedürftige Situation. In Arztordinationen sollte dieser Wert deutlich höher liegen.
Das Konzept der Überlebenskette („chain of survival“) beschreibt plakativ, dass im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes alle Maßnahmen ineinandergreifen müssen, um den Patienten zu retten. Dies umfasst folgende Elemente:

  • schnelles Erkennen der Situation und Notruf (Tel. 144),
  • schneller Start der Reanimationsmaßnahmen,
  • frühe Defibrillation,
  • frühe erweiterte Maßnahmen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten in den Ordinationen regelmäßig geschult werden, denn die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Medizinisches Fachpersonal muss die Maßnahmen des „advanced life support“ beherrschen, ein externer Defibrillator (zumindest halbautomatisch, am besten mit EKG-Dokumentation und Möglichkeit zur Kardioversion) sollte unmittelbar zur Verfügung stehen. Laut den letzten Leitlinien des German Resuscitation Councils (www.grc-org.de) beträgt die richtige Frequenz der Thorax-Kompression 100–120 Kompressionen pro Minute, die Kompressionstiefe zwischen 5 und 6cm. Diese Maßnahme hat vor allem beim beobachteten Herz-Kreislauf-Stillstand eine zentrale Bedeutung. Das Verhältnis Herzdruckmassage zu Ventilation beträgt 30:2. Das Atemwegsmanagement bei der Reanimation richtet sich nach der Erfahrung des Anwenders. Wenn eine endotracheale Intubation nicht innerhalb einer Minute möglich ist, sollten supraglottische Atemwegshilfsmittel (z.B. Larynx-Tubus, LT – sollte in mehreren Größen vorrätig sein) benutzt werden. Der Patient muss während der erweiterten Reanimation permanent monitorisiert werden, damit auch ein wiedereintretender Spontankreislauf erkannt werden kann. An den Heimlich- Handgriff darf an dieser Stelle erinnert werden, auch dieser sollte Inhalt der Schulungen sein. Tabelle 1 zeigt das erweiterte ABC der Reanimation.
Der Defibrillator sollte am besten als EKG-Monitor zur kontinuierlichen Monitorisierung angelegt werden. Nach Rhythmusanalyse muss bei Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie die Schockabgabe (biphasisch 150–360J oder monophasisch 360J) erfolgen. Danach sollte unmittelbar die Reanimation für 2 Minuten vor der nächsten Evaluierung des Herzrhythmus fortgeführt werden. Ein intravenöser Zugang, so distal wie möglich und so proximal wie nötig, sollte angelegt werden. Zu den potenziell reversiblen Ursachen zählen folgende Entitäten: Hypoxie, Hypovolämie, Hypo-/ Hyperkaliämie/metabolische Störung, Hypothermie, Spannungspneumothorax, Herzbeuteltamponade, Toxine, Thrombembolie. Als Antiarrhythmikum sollte Amiodaron (alternativ Lidocain) evaluiert werden, Adrenalin wird erst nach der dritten erfolglosen Defibrillation nach den Leitlinien empfohlen.

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