Update Hepatitis C: Aktuelle Therapieempfehlungen bei Hepatitis C

Therapie der Hepatitis C

Die Therapie erfolgt in einem der 33 beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gelisteten Zentren, da nur dort die entsprechenden Therapeutika verschrieben werden können.5
Die akute HCV-Infektion heilt entweder spontan aus oder geht in eine chronische Infektion über. Allerdings wird das akute Stadium oft übersehen. Die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Ausheilung ist abhängig von der Ausprägung der Symptomatik, dem Geschlecht, bestimmten genetischen Faktoren und dem HCV-Genotyp (bei HCV-Genotyp 1 häufiger als bei HCV-Genotyp 3).3
Besteht die Infektion länger als sechs Monate, ist sie per definitionem chronisch. In diesem Fall ist prinzipiell eine Indikation zur antiviralen Therapie gegeben. Dank der modernen interferonfreien Therapieregime ist die Krankheit bei Patienten ohne Zirrhose und mit kompensierter Zirrhose nahezu immer heilbar. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass die morphologischen Veränderungen sich zurückbilden.In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte gezeigt werden, dass selbst Patienten mit frühen Fibrosestadien (F0-1) hinsichtlich des Langzeitüberlebens von der erfolgreichen Behandlung profitieren.6 Besonders dringend ist die Behandlung bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Fibrose (Stadium F3 nach Scheuer bzw. METAVIR-Score) oder kompensierter Zirrhose (Child A).3
Für die Therapie werden Kombinationstherapien aus direkt wirksamen antiviralen Therapeutika (DAA) eingesetzt. Grundlage der Auswahl der geeigneten Therapie sind HCV-Genotyp, eventuelle Vortherapien und das Fibrosestadium. Gemäß den Leitlinien wird eine DAA-Ersttherapie für alle Patienten empfohlen, die noch keine Therapie erhalten haben (Therapie-naiv) oder die auf eine Behandlung mit einem Interferon-haltigen Regime mit/ohne Ribavirin nicht angesprochen haben (Therapie-erfahren). Unter den verfügbaren DAA unterscheidet man Protease-Inhibitoren, NS5A-Inhibitoren und Polymerase(NS5B)-Inhibitoren. Alle Medikamente werden täglich oral verabreicht; die Behandlungsdauer beträgt acht bis sechzehn Wochen.3 Die Therapien, die in Österreich heute vorwiegend zur Anwendung kommen, sind: die Kombination des Protease-Inhibitors Glecaprevir und des NS5A-Inhibitors Pibrentasvir (Maviret®), die Kombination des NS5A-Inhibitors Veltapasvir mit dem NS5B-Inhibitor Sofosbuvir (Epclusa®), die Kombination des Protease-Inhibitors Grazoprevir und des NS5A-Inhibitors Elbasvir (Zepatier®). Maviret® und Epclusa® sind pangenotypisch, Zepatier® nur bei Genotyp 1 und 4 wirksam.7–9 Mit Maviret ist bei Therapie-naiven, nicht zirrhotischen Patienten, unabhängig vom HCV-Genotyp, eine Behandlungsdauer von acht Wochen empfohlen.7 Aufgrund des günstigen Nebenwirkungsprofils kann diese Kombination auch bei Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz eingesetzt werden.3, 10, 11 Lediglich bei dekompensierter Zirrhose sind Protease- Inhibitoren kontraindiziert.3

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