Fatigue - „Alles oder nichts?“

Die Müdigkeit – Mangel an Energie, Erschöpfung, frühe Ermüdbarkeit oder Schläfrigkeit – stellt ein ubiquitäres Symptom dar, das bei jedem Menschen wiederkehrend auftritt. Es bezeichnet einen physiologischen und psychologischen Zustand verminderter Aufmerksamkeit sowie von Kraft- und Antriebslosigkeit. Müdigkeit, Mattigkeit und Abgeschlagenheit (MMA) sind andererseits oft die ersten (Begleit-)Symptome der allermeisten Erkrankungen und bleiben im Krankheitsverlauf mehr oder minder stark ausgeprägt, teils sogar als dominantes Leitsymptom.

Der Übergang von physiologischer zu pathologischer Müdigkeit ist fließend, wobei Vorerkrankungen, Begleitsymptome und Überlegungen des Betroffenen zur Ursache von zentraler Bedeutung sind. Die sogenannte „Fatigue“ kann akut oder schleichend beginnen, Intensität, Dauer und Häufigkeit sowie Qualität sind individuell verschieden. An eine bislang unbekannte Depressivität und/oder Angststörung sollte stets gedacht werden, bei der diagnostischen Evaluierung ist ein biopsychosozialer Ansatz zu verfolgen. Ziel dieser Arbeit ist es, wissenschaftlich fundiert anhand aktueller Leitlinien auf Basis von fünf Kasuistiken diese schwierige Thematik und das bunte Bild der individuellen Präsentationen aufzuarbeiten. Auf die Fatigue als meist dominantes Symptom bei Personen mit multipler Sklerose wird besonders hingewiesen. (Tab. 4)

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