Adipositaschirurgie spart Geld und verlängert Leben: Behandlungsmöglichkeiten und Wissenswertes für die Nachsorge

Chirurgische Behandlung von Adipositas und deren Begleiterkrankungen

Insgesamt kommt es durch den weltweit stetigen Anstieg von Adipositas auch zu einem kontinuierlichen Ansteigen des Stellenwertes von adipositaschirurgischen Eingriffen. Wo der Begriff der „bariatrischen Chirurgie“ vor allem Gewichtsverlust im Fokus hat, rückt heutzutage durch die exzellenten Remissionsraten von Komorbiditäten der Begriff der „metabolischen Chirurgie“ in den Vordergrund. So können DM2, arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Schlafapnoe sowie Lebersteatose/NASH durch metabolische Chirurgie in Remission gebracht bzw. deutlich verbessert werden. Einmal entstandene Schädigungen des Bewegungs- und Stützapparates können meist nicht mehr signifikant verbessert werden, hier kann nur noch eine weitere Progression verhindert werden.8, 9
In einer der weltweit aufwendigsten bariatrischen Studien, der Swedish Obese Subjects Study (SOS), konnte an einem großen Studienkollektiv gezeigt werden, dass es im Langzeitverlauf nach bariatrischer Chirurgie, besonders nach Y-Roux- Magenbypass, bei bestehendem DM2 zu hohen Remissionsraten kommt und ein Neuauftreten von DM2 adäquat verhindert werden kann.10–12 Weiters kann durch bariatrische Chirurgie das Risiko für eine Erkrankung an einer Reihe von Karzinomen (Kolonkarzinom, postmenopausales Mammakarzinom, Ovarialkarzinom usw.) bzw. die Mortalität in diesem Zusammenhang gesenkt werden.13, 14
Weitere Effekte und Ziele von adipositaschirurgischen Eingriffen sind einerseits eine Verbesserung der Lebensqualität, andererseits auch eine Verlängerung der Lebenszeit. Erstere wird durch Reduktion von Schmerzen, durch Wiedererlangen der Möglichkeit von sportlichen Aktivitäten und durch Verbesserung von adipositasbedingter Depression erreicht.15
Im Bereich der bariatrischen Chirurgie gibt es eine Reihe verschiedener Operationsmethoden, welche auf unterschiedliche Art und Weise auf den Magen-Darm- Trakt und dessen Hormone einwirken. Jährlich werden derzeit rund 685 000 adipositaschirurgische Eingriffe weltweit durchgeführt. Die global am häufigsten angewandte bariatrische Operationsmethode ist die Sleeve-Gastrektomie (Schlauchmagen) (Abb. 1), welche jährlich rund 340 000-mal durchgeführt wird und 53% aller Eingriffe ausmacht. Auf den Plätzen zwei und drei befinden sich der klassische Y-Roux-Magenbypass (Abb. 2) mit über 191 000 Eingriffen (30%) sowie der neuere Omega-Loop-/One-Anastomosis-Magenbypass (Abb. 3) mit über 30 000 Eingriffen (5%).16
In Österreich ist entgegen den weltweiten Trends der Y-Roux-Magenbypass an erster Stelle (50%), Sleeve-Gastrektomie und Omega-Loop-/One-Anastomosis-Magenbypass folgen mit 29% und 16%. Die Gesamtzahl der adipositaschirurgischen Operationen in Österreich beläuft sich auf 3500 Eingriffe im Jahr.16

Pfad: