Adipositaschirurgie spart Geld und verlängert Leben: Behandlungsmöglichkeiten und Wissenswertes für die Nachsorge

Adipositas und deren Begleiterkrankungen

Bei Übergewicht (BMI ≥25kg/m²) und Adipositas (BMI ≥30kg/m²) ist weltweit ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen. Dabei ist Adipositas, welche mit einer Reihe von Begleiterkrankungen einhergeht, eines der am weitesten verbreiteten Krankheitsbilder weltweit. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Kurzem vorgelegte Zahlen zeigen auf, dass in Europa derzeit bereits 50% aller Menschen übergewichtig und 20% adipös sind.1 In Österreich liegt der Anteil an von Adipositas betroffenen Menschen laut dem Ernährungsbericht 2017 bei 13,4% für Männer und 10,7% für Frauen.2
Die sehr strikte Einteilung in Übergewicht und Adipositas hat Sinn, da Beobachtungsstudien mit großen Patientenzahlen zeigen konnten, dass die relative Mortalität bei einem BMI zwischen 22,5 und 25kg/m² am niedrigsten ist und darüber um 30% pro 5kg/m² BMI ansteigt.3 Der Grund für diesen Mortalitätsanstieg bei steigendem BMI sind vor allem die mit Adipositas einhergehenden Komorbiditäten, welche mit dem metabolischen Syndrom assoziiert sind. Hervorzuheben sind vor allem Diabetes mellitus Typ 2 (DM2), arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie und Schlafapnoe, aber auch weitere Erkrankungen, wie Fettleber/NASH („nonalcoholic steato-hepatitis“) und Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates.4
Etwa 80% aller DM2-Erkrankungen sind auf Übergewicht oder Adipositas zurückzuführen, wobei gerade hier eine hohe Anzahl noch nicht diagnostizierter Diabetiker vorliegt.5 Bei DM2 als Stoffwechselerkrankung kommt es durch chronische Entzündungsreaktionen zur Abnahme der Insulinsensitivität der unterschiedlichen Gewebe im Körper. Ausgelöst wird diese Kaskade durch Botenstoffe („Adipozytokine“) im viszeralen Fettgewebe, welche bei Adipositas vermehrt abgegeben werden.6, 7 Insgesamt sind weltweit etwa 400 Millionen Menschen an DM2 erkrankt.5

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