Adipositaschirurgie spart Geld und verlängert Leben: Behandlungsmöglichkeiten und Wissenswertes für die Nachsorge

Betreuung von Patienten nach bariatrisch-metabolischer Chirurgie

Die Betreuung von Patienten vor und nach bariatrischer-metabolischer Chirurgie erfolgt nach wie vor fast ausschließlich in den durchführenden Zentren. Eine Behandlung vor und nach Operation durch ein multidisziplinäres Team, bestehend aus Chirurgen, Internisten, Diätologen und Psychologen, gilt in den internationalen Guidelines als Grundvoraussetzung dafür, dass so eine Operation überhaupt durchgeführt werden darf!
Aufgrund des Anstiegs der Adipositasprävalenz und dadurch bedingt der Zunahme der Gewichtsreduktionschirurgie wird eine lebenslange Nachsorge an den betreuenden Zentren auf Dauer nicht mehr durchführbar sein. Die lebenslange Betreuung ist aber insofern von großer Bedeutung, als viele Komplikationen erst circa 2 Jahre nach einer Operation beginnen. Es ist von essenzieller Bedeutung, dass der Hausarzt bzw. auch der betreuende Internist bei Komplikationen, die zum Beispiel aufgrund einer verminderten Adhärenz zur Einnahme von Supplementen (z.B. eine Anämie) entstehen können, an die bariatrische Operation als Ursache denkt und dementsprechend reagieren kann. Allein dadurch könnten viele Spitalsbesuche vermieden werden.
Im Idealfall entsteht ein Netzwerk von betreuenden niedergelassenen Ärzten und operierenden Zentren, sodass eine unkomplizierte Kooperation möglich ist.
Dazu muss man aber den niedergelassenen Ärzten, die Menschen mit Adipositas behandeln, die Möglichkeit geben, Wissen über die Behandlung und Betreuung dieser Patienten zu erlangen. Die Österreichische Adipositas Gesellschaft bietet ab 2019 eine Ausbildung zum Adipositastrainer an, bei der diese Kenntnisse vermittelt werden sollen. Abgesehen von der bariatrischen Behandlung von Patienten liegt auch ein großer Fokus auf dem Gebiet der Betreuung von adipösen Menschen mit Komorbiditäten sowie auf dem Thema Ernährung. Diese Ausbildung findet gemeinsam mit einem Adipositastrainer statt, der das schon länger bestehende Ausbildungsprogramm von Dr. Anna Cavini (www.downandup.at) in Kärnten absolviert hat.
Ein bestimmter Zeitpunkt, ab dem eine Behandlung nach bariatrischer-metabolischer Operation an den Hausarzt übergeben werden sollte, ist schwer festzulegen. Aus internistischer Sicht ist die Kontrolle beim behandelnden Internisten am Zentrum ein Jahr bzw. 2 Jahre nach der Operation von großer Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt einerseits der maximale Gewichtsverlust zu erwarten ist, andererseits nach 2 Jahren aber auch schon die ersten Komplikationen auftreten können.
Im Falle einer Schwangerschaft, vor allem einer Schwangerschaft bald nach der Operation, sollte allerdings immer eine internistische Kontrolle am behandelnden Zentrum stattfinden.

Autorin:
Dr. Johanna Brix
1. Medizinische Abteilung
Krankenhaus Rudolfstiftung, Wien
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Lecture Board:
Dr. Claudia Ress
Univ.-Prof. Dr. Michael Krebs

Ärztlicher Fortbildungsanbieter:
Krankenanstalt Rudolfstiftung (KAV)
1. Medizinische Abteilung mit Diabetologie,
Endokrinologie und Nephrologie

Organisation:
Universimed Cross Media Content GmbH

Sponsoring:
Medtronic Österreich GmbH 

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