Diagnostik und Therapie der Hepatitis B

Aktive und passive Immunisierung

Seit den frühen 1980er-Jahren besteht die Möglichkeit einer aktiven Immunisierung mit dem HBV-Oberflächenantigen (HBsAg). Heute wird das verwendete Antigen ausschließlich rekombinant in Hefekulturen hergestellt, eine Infektion mit HBV durch die Impfung ist daher ausgeschlossen. In Österreich wird die Impfung generell empfohlen, es besteht ein kostenfreies Impfprogramm für Kinder. Das Ziel der Impfempfehlungen ist letztlich die Durchimpfung der gesamten Bevölkerung. Unter den Erwachsenen werden bestimmte Personengruppen hervorgehoben, denen die Impfung besonders nahegelegt wird. Besonders hingewiesen wird im Österreichischen Impfplan auf Risikogruppen wie zum Beispiel medizinisches Personal.
Eine Kontrolle des HBs-AK-Titers wird empfohlen bei Personen mit Immundefekt oder besonders hohem Infektionsrisiko (z.B. Krankenhauspersonal). Ein Anti-HBs- Titer von weniger als 10U/l definiert Non- Response bzw. verloren gegangene Immunität, bei Titern zwischen 10 und 100U/l („low response“) wird die Verabreichung eines Boosters empfohlen.7
Nicht geimpfte Personen und geimpfte Personen, bei denen kein ausreichender HBsAK-Titer besteht, sind Kandidaten für eine Postexpositionsprophylaxe, sofern sie mit (möglicherweise) HBV-kontaminiertem Material in Kontakt gekommen sind. Die passive Immunisierung gegen Hepatitis B mit Anti-HBs-Antikörpern (Hepatitis- B-Immunglobulin) führt sofort zu einem Schutz gegen das Virus. Aufgrund des raschen Abbaus dieser Antikörper hält dieser jedoch nur kurze Zeit an. Die passive Immunisierung zur Postexpositionsprophylaxe sollte daher immer in Verbindung mit einer aktiven Impfung gegeben werden. Die Immunisierung sollte möglichst innerhalb von 48 Stunden erfolgen. Personen, deren Immunstatus nicht innerhalb von 48 Stunden abgeklärt werden kann, sollten in jedem Fall geimpft werden.

Pfad: