Diagnostik und Therapie der Hepatitis B

Prävalenz

Weltweit stellt HBV ein Problem von enormen Ausmaßen dar. Rund 88% der Weltbevölkerung leben in Gebieten mit mittlerer bis hoher HBV-Prävalenz. Laut WHO-Daten haben rund 2 Milliarden Menschen eine Hepatitis-B-Infektion durchgemacht, rund 240 Millionen haben eine chronische Hepatitis B. Die Prävalenz des HBV ist im internationalen Vergleich stark unterschiedlich. Während sie in der Schweiz, Skandinavien und England unter 0,2% liegt, erreicht sie in Teilen von Afrika, Südamerika und vor allem Asien mehr als 8%. In Hochendemiegebieten sind mehr als 50% der Bevölkerung Anti-HBc-positiv. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Leberzirrhose oder hepatozellulärem Karzinom ist in den Jahren 1990–2013 um 33% angestiegen, was für 2013 weltweit 686 000 Fälle bedeutete.

Dem stehen auch positive Zahlen gegenüber. So konnte die Prävalenz von HBV in vielen Hochendemieländern durch soziökonomische Verbesserungen, Impfungen und effektive antivirale Therapien gesenkt werden. Allerdings ist es auch mit sehr breiten Impfprogrammen nicht gelungen, akute Fälle von HBV-Infektionen flächendeckend zu verhindern. Das betrifft insbesondere Hochrisikopopulationen. Durch die Migrationsströme der vergangenen Jahre ist es in einigen europäischen Ländern zu einem Ansteigen der Prävalenz und Inzidenz gekommen.3 Für Deutschland schätzt das Robert-Koch-Institut eine Prävalenz der chronischen HBV-Infektion von 0,6%.4 Man kann davon ausgehen, dass die Prävalenz in Österreich vergleichbar ist, wenn auch verlässliche Zahlen fehlen. In das seit 2009 betriebene Hepatitis-B-Register der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) wurden bislang etwas über 1000 Patienten eingeschlossen.5

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