Diagnostik und Therapie der Hepatitis B

Therapie der chronischen Hepatitis B

Da chronische HBV-Infektionen sehr unterschiedlich verlaufen können, stellt sich zunächst die Frage der Therapieindikation. Die neue Leitlinie der EASL enthält detaillierte Empfehlungen, welche HBVinfizierten Patienten behandelt werden sollen. Diese laufen im Wesentlichen darauf hinaus, dass eine antivirale Therapie bei hoher Viruslast und/oder absehbarem Leberschaden indiziert ist. Eine Orientierung dazu bietet Tabelle 2.
Laut EASL-Empfehlung ist das wichtigste und realistische Ziel einer Therapie der chronischen HBV-Infektion die langfristige Unterdrückung der HBV-DNA unter die Nachweisgrenze (<10IU/ml). Unter serologischem Ansprechen versteht man im Falle der HBeAg-positiven HBV-Infektion den Verlust von HBeAg und HbeAg- Serokonversion. Die Induktion von HBeAg- Verlust, mit oder ohne Anti-HBe-Serokonversion, ist bei HBeAg-positiven Patienten ein wichtiges Therapieziel, da dies häufig eine teilweise Kontrolle der Infektion durch das Immunsystem anzeigt. Unter biochemischem Ansprechen versteht man eine Normalisierung der ALT. Laut EASL wird biochemisches Ansprechen bei den meisten Patienten durch die langfristige Unterdrückung der HBV-Replikation erreicht. Serologisches Ansprechen im Hinblick auf HBsAg bedeutet Verlust von HBsAg und HBsAg-Serokonversion, also die Entwicklung von Anti-HBs. Der Verlust von HBsAg, mit oder ohne Anti-HBs-Serokonversion, ist der optimale Endpunkt der Therapie und signalisiert eine starke Unterdrückung der HBV-Replikation sowie der Expression viraler Proteine. Leider wird dieses Therapieziel nur bei wenigen Prozent der behandelten Patienten erreicht, kann sich andererseits bei therapienaiven Patienten auch unvermittelt einstellen.

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